Herr Lipp, Sie haben Ihr Unternehmen Druckidee genannt. Klingt nach Druckerei ...

Nein, es ist keine Druckerei – im Zentrum steht eindeutig die "Idee". Der Druck ist dabei lediglich Mittel zum Zweck, um einer besonderen Form der Werbung das geeignete Träger-Medium zu bieten. Es gibt inzwischen eine Reihe hervorragender Druck-Dienstleister, die für die Produktion in Frage kommen - ich selbst drucke nicht.

Worum geht es dann bei Druckidee? Und was ist diese besondere Werbeform?

Zuerst einmal geht es um Kommunikation mit gesteigertem Wirkungsgrad. Gerade in Zeiten ungünstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen geht es darum, die wichtigsten Kunden besser zu erreichen und sie zu aktivieren, ohne ihnen dabei lästig zu werden. Und Werbung steht heute vor einer besonderen Herausforderung: Sie befindet sich im Kampf um die Aufmerksamkeit des umworbenen Kunden. Flexible Druckprodukte kommen primär im Direct Marketing zum Einsatz, also beispielsweise als Werbebrief oder Mailing. Aber der Empfänger dieses Mailings bekommt inzwischen eine Menge Post – und jeder, der wirbt, will ihm in mehr oder weniger marktschreierischer Form etwas verkaufen ...

Aber das wollen Sie und Ihre Flexiblen Druckprodukte doch auch, oder?

Natürlich, aber das Marktschreierische ist nicht mein Stil. Ich sehe da Grenzen und nehme mir die Freiheit, solche Ansätze, mit denen ich mich so ganz und gar nicht identifizieren kann, von Anfang an abzulehnen. Mir ist klar, dass das für manchen nicht gut klingt und viele Dienstleister der Ansicht sind, dass man so nicht professionell agieren kann. Aber meine Überzeugung ist, dass ich nur dann optimal unterstützen kann, wenn ich an die Sache glaube, an der ich arbeite. Das war schon bei meinen Verkaufs-Jobs so: Ich habe immer ein Produkt, eine Leistung oder ein Unternehmen gebraucht, an das ich als Verkäufer auch glauben konnte. Und diese Überzeugung habe ich dann den Kunden zu vermitteln versucht.

Aber nochmals zurück zur Werbung: Der Zweck Ihrer Flexiblen Druckprodukten ist doch vermutlich auch, dass der Empfänger etwas kauft, oder?

Ja, und daran ist ja auch nichts Schlechtes. Es geht nur um die Art und Weise, wie das gemacht wird: Versuche ich als Anbieter, mit aller Gewalt die Aufmerksamkeit der Käufer an mich zu reißen? Insbesondere in den USA gibt es einen Marketing-Trend, der mit Ekel erregenden Elementen arbeitet und damit den Betrachter zur Aufmerksamkeit zwingt - nennt sich "Bad Taste Marketing". Mein Fall wäre das nicht, weil es dazu führt, dass die Menschen irgendwann abstumpfen und auf gar nichts mehr reagieren wollen. Oder eine Abneigung entwickeln dem gegenüber, der sie immer wieder unangenehm manipuliert. Meine Überzeugung: Kunden sollen nicht genötigt, sondern positiv motiviert werden.

Und wie soll diese Forderung Ihrer Ansicht nach umgesetzt werden?

Die Botschaft, die im Zuge einer Werbemaßnahme kommuniziert wird, wird auf den Kommunikationspartner, den Kunden, abgestimmt. Bei Druckidee wird gedruckte Kommunikation flexibel und geht auf den Empfänger ein. Es wird Bezug genommen auf seine Eigenschaften und Interessen. Nicht als Selbstzweck, sondern um die Aufmerksamkeit des Kunden zu bekommen. Und ihn dann mit relevanten Inhalten für die Werbebotschaft interessieren.

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